UNIMURR Reise-Codex im Ausland

  • Mit Blick auf das online-Verhalten einiger ‘Influencer’ und der stark zunehmenden Sperrung von Offroad-Touren wegen eben dieses rücksichtslosen Verhaltens, wollen wir die Reise-Charta von Franz Murr, dem Forumsgründer, die hier 2007 erschienen ist, in einer überarbeiteten und aktualisierten Form als Unimurr Verhaltens-Codex auf Reisen im Ausland wieder in Erinnerung rufen und bitten um Berücksichtigung bei Reisen, weil der Rest der Welt eben nicht Deutschland ist.

    Und noch eine Sache ist essenziell für uns:

    Wenn wir reisen, sind wir in anderen Ländern dieser Welt Gäste und verhalten uns auch so. Das beginnt mit der Selbstverständlichkeit, uns an die Gesetze, Regeln und Gebräuche zu halten, sowie uns vorab auf die Kultur und die Länder vorzubereiten. Es wird vorausgesetzt, dass wir andere Meinungen und Weltanschauungen respektieren und uns dementsprechend verhalten.

    Unsere Gemeinschaft ist offen, tolerant und respektvoll gegenüber jedermann.

    Die Moderatoren


    Vorab noch etwas, das uns am Herzen liegt:

    Wir als Mitglieder des Unimurr Forums verpflichten uns zur Hilfeleistung für andere Forums-Mitglieder zu Hause, unterwegs und auf Reisen und - so möglich - ebenfalls für andere Reisende, denen wir unterwegs begegnen und denen wir aus einer Notlage helfen können.

    Auch auf die Gefahr hin, daß einiges hier offensichtlich oder bekannt erscheint oder auch regelmäßig praktiziert wird, möchten wir doch mit diesem Reise-Codex einen Verhaltensmaßstab für uns selbst setzen.

    Als Grundregel sollte für uns alle gelten:

    Um interkulturelle Kompetenz vor und auf Reisen aufzubauen, müssen wir offen dafür sein, angemessen mit Menschen zu kommunizieren, die andere Überzeugungen, Lebensstile und Erfahrungen haben als wir.

    Reise-Vorbereitungen

    Neben den nötigen Papieren, Formalitäten, Impfungen, Reise-Versicherungen, Routenplanung und natürlich Wartung des Reisefahrzeugs ist es heute unerlässlich, sich mit den Kulturen der Zielländer zu beschäftigen. Es empfiehlt sich das vorherige Gespräch mit Menschen, die von dort sind, dort gelebt oder einen kulturellen Bezug haben und/oder die die Länder bereits bereist haben. Darüber hinaus ist es unabdingbar, sich mit der Geschichte des Landes und den dortigen Religionen vertraut zu machen. Nur so kann man Sensibilität für die dortigen Gepflogenheiten und Verhaltensregeln bzw. absolute Tabus bekommen. Überprüft vor der Abfahrt die politische und militärische Situation im Zielland, um Überraschungen und unnötige Gefahren oder Konfliktsituationen zu vermeiden.

    Auf Reisen

    ‘Erwarte nicht, dass es wie zu Hause sein wird’

    Aufbauend auf die vorab erworbenen Kenntnisse über Land & Leute verhalten wir uns am Besten folgendermaßen:

    • Mit kulturellem Bewusstsein und Offenheit dem Andersartigen gegenüber anstatt wie zuhause.
    • Mit Selbsterkenntnis in Abgrenzung und Anerkennung des Neuen und Fremden.
    • Mit gegenseitigem Respekt wie man ihn sich selbst auch bei allen menschlichen Interaktionen wünscht.
    • Mit Zurückhaltung und Demut der fremden Kultur im Gastland gegenüber.
    • Mit einfühlsamer und respektvoller Kommunikation.

    Die fremde Sprache stellt nicht unbedingt ein Kommunikationshindernis dar, respektvolle Kommunikation ist auch ohne gemeinsame Sprache oder in einer anderen Sprache möglich, solange sie auf Verstehen wollen basiert und von Zurückhaltung und Respekt geprägt ist.

    • Mit der Fähigkeit, sich auf die Wahrnehmungen und Überzeugungen eines anderen einzulassen und sich auf diese zu beziehen.
    • Mit emotionalem Einfühlungsvermögen, also der Fähigkeit, sich die Gefühle eines anderen vorzustellen und
    • Mit der Fähigkeit, das Verhalten eines anderen zu verstehen, einschließlich seiner Ursachen.

    Dabei sollte man stets die Reaktionen der Menschen auf einen selbst und das eigene Verhalten beobachten, sich hinterfragen und seine weiteren Interaktionen dahingehend anpassen.

    Versetzt Euch in die Lage der Einheimischen, seid respektvoll gegenüber den Orten, die Ihr besucht, und betretet kein Privateigentum ohne vorherige Erlaubnis.

    Versucht nicht zu urteilen, wenn Menschen unterschiedliche religiöse Überzeugungen, kulturelle Normen, Hygienestandards oder Ernährungsgewohnheiten haben, und denkt immer an das alte Sprichwort: "Wenn du nichts Nettes sagen kannst, sag überhaupt nichts“.

    Es gilt, das eigene Verhalten zu reflektieren und die netten Menschen nicht zu enttäuschen, die Dich so herzlich willkommen geheißen haben. Wir bevormunden niemanden und empfinden uns stets als Gast in einem fremden Land, wir sind dort die ‚Ausländer‘.

    Demut und Respekt gehen vor Überheblichkeit, die teilweise in der eigenen Unsicherheit begründet sein mag.

    Je ‚exotischer‘ das Reiseland desto anders sind die Manieren. Dazu gehören z.B.:

    • Lernen, wie man mit der Hand isst.
    • Lernen, wie man Essen weiterreicht oder was man auf dem Teller liegen lässt, um anzuzeigen, dass man genug gegessen hat.
    • Lernen, wie man Geschenke und Hilfsangebote annimmt oder ablehnt und die Auswirkungen dieser Interaktionen.

    Gebärden

    Gesten, Symbole und soziokulturelle Bezüge sind nicht überall gleich. Was an einem Ort das eine bedeuten mag, hat an einem anderen Ort nicht die gleiche Konnotation. Wir bleiben offen dafür, auch wenn wir die kulturelle Hintergrundgeschichte nicht verstehen, und sind dennoch in der Lage, mit dem zu fließen, was dort angemessen ist, wo wir uns befinden.

    Zu diesen Gebärden gehören auch körperlicher Kontakt und Händedruck. Informiert Euch über angemessene, nicht vor Ort als respektlos angesehene Kleidung, insbesondere in historischen und religiösen Stätten und an Stränden.

    Das Thema Politik sollte sehr zurückhaltend und nur mit größter Vorsicht mit Menschen, die man gut kennt angesprochen werden.

    Geschenke & Trinkgeld gelten in vielen Ländern als Affront. Die Menschen dort möchten unseren Respekt und nicht unsere Almosen.

    Film & Foto

    Auch hier ist nicht von den Gepflogenheiten, die wir von zu Hause kennen, auszugehen und nicht alles ist erlaubt. Möchte man einheimische Personen fotografieren oder filmen (zum Beispiel schlafende Babies auf den Philippinen dürfen nicht fotografiert werden), sollte man unbedingt vorher um Erlaubnis bitten. Ein Nein ist ebenfalls als Antwort zu respektieren und man sollte nicht heimlich das gleiche Motiv festhalten wollen.

    Außerdem ist vor Einreise zu klären, ob z.B. Drohnen mit eingeführt werden dürfen (z.B. Ägypten) und welche Beschränkungen für deren Benutzung im Reise-Land vorliegen. Auch sollte man vor dem Einsatz einer Drohne klären, ob man sich in der Nähe von militärischen Anlagen oder Installationen befindet.

    In Zeiten von Instagram, Youtube und sozialen Medien gilt: Macht keine dummen Dinge für Fotos oder Videos!

    Beispiele dafür hatten wir bereits im Forum und diese sind ausführlich diskutiert und als negativ beschieden worden. Unimurristi verhalten sich so nicht.

    Wenn Ihr jemandem versprochen habt, ein Foto zu schicken, dann tut es auch! Vielleicht möchtet Ihr den Ort noch einmal besuchen oder anderen Menschen die gleiche Möglichkeit für den von Euch gemachten Eindruck geben.

    Kennt Eure persönlichen Grenzen, besonders mit dem Fahrzeug! Versucht keine unnötigen Risiken für ein Foto oder ein Video einzugehen. Schätzt das Risiko vorab ein und versucht, klug damit umzugehen.

    Stellt Euch z.B. nicht an den Rand einer Klippe, wenn es windig ist oder diese instabil aussieht. Das Gleiche gilt für Verhalten in Naturschutzgebieten und Reservaten oder Nationalparks.

    Beachtet und vernachlässigt nie die Reisebeschränkungen.

    Überprüft die Aktualität von GPS-Daten und -Routen, insbesondere im Hinblick auf politische oder militärische Veränderungen vor Ort, um rechtzeitig darauf reagieren und ggf. Ausweichrouten finden zu können.

    Verlasst jeden Ort so, wie Ihr ihn vorgefunden habt, oder vielleicht sogar ein bisschen einladender und sauberer.

    Denkt bei Allem daran: Ihr seid dort, um zu lernen, nicht um zu lehren.

    Nachbereitung

    Nach der Reise ist vor der Reise.

    Reflektiert nach der Reise das Erlebte, auch als Vorbereitung für die nächste Reise, um das nächste Mal noch einfühlsamer auf Land und Leute eingehen zu können und Euch noch einzigartigere Begegnungen, Erfahrungen und Erlebnisse zu ermöglichen.

    Teilt Eure gemachten Erfahrungen, insbesondere diejenigen, bei denen Ihr Euch selbst unsicher gewesen seid, um daran zu wachsen und um das nächste Mal passender zu reagieren.

    Und jetzt wünschen wir Euch allzeit gute Reisen!

    Weitere Quellen:

    https://www.workingabroad.com/blog/how-to-ma…travel-toolkit/

    https://www.worldpackers.com/articles/ways-…while-traveling

    https://www.businessinsider.com/what-not-to-do…g-abroad-2015-5

    https://www.letsroam.com/explorer/cultural-travel/

    https://www.profifoto.de/szene/notizen/…ien-im-ausland/

    Und hier noch der Link zur ursprünglichen Charta aus 2007 von Franz Murr.

    2 Mal editiert, zuletzt von Scholli (29. April 2024 um 18:37)

  • tourer 29. April 2024 um 17:44

    Hat das Thema geschlossen.

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